Warum wir Zantu gebaut haben
Zantu ist nicht in einem Labor oder Büro entstanden. Es begann mit einer Frage: Wie hilft man jemandem, der nicht sehen kann, die Welt um sich herum zu übersetzen? Die erste Version wurde für blinde Nutzer gebaut. Stimme rein, Stimme raus, keine Bildschirme, keine Tasten. Einfach sprechen und zuhören. Beim Bauen entdeckte ich, dass das, was für einen blinden Menschen wunderbar funktioniert, genauso wunderbar für alle anderen funktioniert.
Ich lebe seit neun Jahren in Vietnam. Vietnamesisch ist eine der schwierigsten Sprachen der Welt, mit sechs Tönen, die die Bedeutung eines Wortes komplett verändern können. Neun Jahre lang habe ich nach einem Weg gesucht, wirklich zu kommunizieren. Nicht nur zu überleben, sondern tatsächlich eine Verbindung zu den Menschen aufzubauen. Man merkt erst, wie wichtig Kommunikation ist, wenn man sie nicht hat. Ein Witz, den man nicht teilen kann. Ein Gespräch beim Abendessen, bei dem man lächelt und nickt, aber nichts versteht.
Ich habe jede Übersetzungs-App ausprobiert, die es gibt. Keine war je gut genug. Zu langsam, zu viele Klicks, falsche Übersetzungen oder einfach nicht für echte Gespräche gemacht. Also habe ich meine eigene gebaut, und nicht in einem Büro. Ich habe sie auf der Straße gebaut, in Restaurants, beim Familienessen, in echten Meetings. Jedes Feature in der realen Welt getestet, gebrochen, verfeinert und neu gebaut. Es hat fast ein Jahr täglicher Nutzung gedauert, bis Zantu wirklich funktionierte.
Was als Barrierefreiheits-Tool begann, ist zu etwas viel Größerem geworden. Heute nutzen internationale Teams Zantu für Meetings, in denen jeder Teilnehmer in seiner eigenen Sprache mitverfolgt. Unternehmen mit fünf verschiedenen Sprachen im Team können endlich Meetings abhalten, die jeder versteht. Freunde und Familien treffen sich in Chaträumen, in denen jeder in seiner eigenen Sprache schreibt und spricht, und alle es in ihrer Sprache lesen und hören. Keine Dolmetscher. Keine Verzögerungen. Nur Verstehen.
Ich habe keine andere App gefunden, die das kann. Nicht für blinde Nutzer von Anfang an entwickelt. Nicht für internationale Meetings. Nicht für echte, alltägliche Gespräche in vielen Sprachen gleichzeitig. Ich habe Zantu nicht gebaut, um noch eine Übersetzungs-App zu sein. Ich habe es gebaut, weil die Welt eine brauchte, die wirklich für alle funktioniert.
Marcel, aus Vietnam